Wie zufrieden sind die Schweizer mit ihren Krankenkassen wirklich? Comparis hat im Mai 2025 in ihrer Erhebung “Beste Krankenkasse” 4500 Personen aus allen vier Schweizer Sprachregionen dazu befragt, wie zufrieden sie mit ihrer Krankenkasse und deren Serviceleistungen sind. Bewertet wurden die Kriterien Preis-Leistung, Kontakt und Interaktion, Qualität und Service, Information und Transparenz sowie die Gesamtzufriedenheit. Die Bestnote 6 erreichte keine Krankenkasse.
So sehe ich das
Dass die Bestnote 6 nicht erreicht wurde, ist auf den stark regulierten und fragmentierten Schweizer Versicherungsmarkt zurückzuführen. Die Krankenversicherungen konkurrieren um Kunden, obwohl alle Anbieter im Bereich der Grundversorgung exakt dieselben gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen anbieten. Dadurch entsteht letztlich ein Pseudo-Wettbewerb.
Die Schweizer Krankenversicherer stellen sich gerne im bestmöglichen Licht dar. Sie werben mit hervorragenden Dienstleistungen und bestem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Als Beleg für ihre finanzielle Stabilität verweisen sie etwa auf ihre Reserven und Gewinnen, die den Versicherten zugutekämen. Angesichts der Jahr für Jahr steigenden Krankenkassenprämien haben viele Versicherte davon allerdings kaum etwas gespürt.
Kaum zu überbieten an Absurdität ist zudem die Beteuerung einer Krankenkasse, sie setze als nicht profitorientierter Verein die Interessen der Versicherten stets an erste Stelle. Im Umkehrschluss impliziert eine solche Aussage, dass profitorientierte Unternehmen oder Organisationen der Kundenzufriedenheit keinen vergleichbaren Stellenwert einräumen.
Unter solchen Voraussetzungen dürfte auch die Zufriedenheit der Versicherten eher begrenzt sein. Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Vor Kurzem musste ich einen Zeckenbiss behandeln lassen, was versicherungstechnisch als Unfall gilt und der Krankenkasse gemeldet werden kann. Nachdem ich im Kundenportal meiner Krankenkasse keine entsprechenden Informationen gefunden hatte, erhielt ich auf Anfrage einen Link zum benötigten Formular. Da dieser Link resp. das Formular jedoch nicht ins Kundenportal eingebunden war, musste ich sämtliche Personalien sowie meine Versichertennummer eingeben, obschon die Daten der Krankenkasse vorlagen. Fazit: Kundenzufriedenheit geht anders.