Kundenbedürfnis nun auch bei der SRG im Fokus

Wie die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Ausgabe vom 12. Januar 2011 schreibt, sollten die Angebote und die Erwartungen der Gebührenzahler im Mittelpunkt der Strategie des öffentlichen Rundfunks stehen. Dies sagte der neue SRG-Generaldirektor, Roger de Weck, am Dienstag in Zürich beim Neujahrstreffen der Schweizer Medienbranche. Er hielt dort gleichsam seine medienpolitische Antrittsrede. Mit seiner Schlagfertigkeit und rhetorischen Brillanz fand er auch bei jenen Respekt, die ihm kritisch gegenüberstehen. Noch profitiert er vom Bonus des Neuen.

Konfliktpotenzial steckt im Internetbereich. Denn de Weck will nicht nur bei Radio und Fernsehen die Marktführerschaft bewahren, sondern auch bei den neuen digitalen Plattformen zulegen. Bis Mai 2011 wird die SRG eine integrierte Angebotsstrategie für Radio, TV und Multimedia entwickeln, «die mit den regionalen Angebotsstrategien verzahnt ist». So formulierte er es vor einer Woche in einem Brief an die Mitarbeiter. Zur Steigerung der Effizienz entwickelt die SRG ein Konzept für die integrierte Produktion von Radio/TV/Multimedia, das ab 2012 umgesetzt wird. Ferner strebt de Weck einen «neuen, einfacheren und zukunftsträchtigeren» Gesamtarbeitsvertrag an.

Im laufenden Jahr soll die SRG wieder schwarze Zahlen schreiben, wie de Weck bereits vor einer Woche in einem Meinungsbeitrag für die NZZ schrieb. Schliesslich will er, dass die SRG nur noch ein Drittel des 2010 intern gedruckten Papiers ausstösst: Studien und Anträge dürfen höchstens noch 15 000 Zeichen umfassen.

Anträge und Studien auf eine Anzahl Zeichen zu limitieren, ist eine Möglichkeit, die Bürokratie einzudämmen. Sinnvoller wäre m.E. eine standardisierte Stoffgliederung und v.a. ein "Management Summary", das auf einer A4 Seite Platz hat und das Wesentliche wirklich auf den Punkt bringt.

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